2-DE-0350121 und 2-DE-0350372

Ja was ist das denn? Eierkennzeichnungen. Erzeugercodes. In diesem Falle könnten wir auch von Erzeugerkot sprechen. Das sind die Stempel, die auf Eiern mit aktueller Dioxin-Belastung drauf sind. Der Spiegel hat diese Codes veröffentlicht.

„Potenziell mit Dioxin belastete Eier könnten Einkäufer am Erzeugercode erkennen, sagte Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei Eiern mit den Codes 2-DE-0350121 und 2-DE-0350372 liege der Dioxinwert über dem zugelassenen Grenzwert.“

Weitere Codes hat das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen veröffentlicht:

2-DE-0513912 (MHD bis spätestens 20.01.2011).

3-DE-0514411 (MHD bis spätestens 20.01.2011, bei Eiern mit dieser Stempelnummer sind nur die Eier mit brauner Färbung betroffen.)

Zusammenfassend sollte auf unseren Frühstückseiern also folgendes nicht stehen:

2-DE-0350121
2-DE-0350372
2-DE-0513912
3-DE-0514411

Und weshalb? Weil mit Dioxin nicht zu spaßen ist. Das geht nicht rein und gleich wieder raus, sondern bleibt schön drin. Bei Wikipedia heißt es: „Polychlorierte Dibenzodioxine und -furane sind sehr giftig, das 2,3,7,8-TCDD wird teilweise als „die giftigtste vom Menschen hergestellte Verbindung“ bezeichnet.“ Leider steht da noch mehr: „Fachgremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der amerikanischen Gesundheitsbehörden und der US-Umweltbehörde EPA stufen 2,3,7,8-TCDD als für Menschen krebserregend ein.“ Ob es sich in den Eiern um dieses Dioxin handelt, weiß ich nicht. Vielleicht lest ihr euch selbst mal in den Wikipedia-Artikel Dioxin ein.

Unappetitlich aber ist, dass das Zeug nur ganz schlecht aus dem Körper wieder rauskommt. Es lagert sich im Fettgewebe ab und bleibt da drin. Wikipedia: „Bei einer akuten Vergiftung ist keine Möglichkeit zur raschen Entgiftung bekannt. Wegen der Einlagerung im Fettgewebe des Körpers können sie selbst durch Blutwäsche nicht oder nur langsam ausgeschieden werden.“ Bingo. Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Wer bis jetzt gedacht hat „was schert mich so ein bischen Dioxin“, der sollte vielleicht umdenken und zumindest eine Zeit lang auf Bio umstellen. Vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Denn letztlich werden Eier in jede Menge Produkten verbraten. Keine Sorge? Wird doch kontrolliert?

Nanü. Immerhin ist das Zeugs über die Futtermittelindustrie in die Nahrungskette gelangt. Was die Hühner essen, essen wir. Am Ende landet das Zeugs in unseren Körpern und wir fragen uns dann irgendwann „Weshalb ausgerechnet ich?“ Das Dioxin war in Industriefetten, die bei der Biodiesel-Produktion übrig waren. Die sind für die Futtermittelproduktion verboten. Who cares? Das Unternehmen hat selbst Alarm geschlagen. Zumindest das. Wer macht das schon? Zeit zum Umdenken. Bio. Teurer? Vielleicht weniger, aber besser essen. Die haben auch Skandale? Nicht zu vergleichen mit dem, was die konventionelle Nahrungsmittelproduktion veranstaltet. Es gibt einfach viele Stoffe, die gehören nicht in die Nahrungskette. Nicht in unsere Körper.

Haut euch heute mal ein leckeres Bioei in die Pfanne. Zeichen setzen. Nicht alles schlucken. Ciao.

Quäl dich, du Sau!

Etwas heftig am frühen Morgen. Was für eine Überschrift. Udo Bölts. Radsport. Tour de France. Jan Ullrich kämpft um den Sieg (ja, ich weiß unter welchen Umständen er da hoch gesprintet ist). Alpe d’Huez. Schmerzen in den Muskeln. Und dann sagt es Bölts zu Ullrich: Quäl dich, du Sau! Ullrich gewinnt die Tour de France. Wie ich jetzt darauf komme? Vom gedopten Leistungssport zurück ins Weltgeschehen des hobbymäßigen, dopingfreien Breitensports. Zumindest in meinem Fall dopingfrei, abgesehen von… Ach. Ja, ja.

Gestern Abend in der Muckibude. Ich absolviere mein Programm. Während der fünf Kilometer auf dem Laufband (bin ich ein Hamster?) sehe ich Eurosport. Fernsehen. Einmal in der Woche. Was wird gezeigt? Dart. Das Spiel mit den Pfeilen. Ein Wettkampf in England. Stundenlang werden Pfeile geworfen. Die Massen im Saal sind aus dem Häuschen. England. Ein wenig anders. Nach fünf Kilometern erlöse ich mich von den bunten Bildern und starte mein Programm. Erst Maschinen, dann Hanteln. Ganz entspannt. Zu entspannt, wie mein Trainer befand. „Hey! Ganz runter.“ Ich liege auf der Hantelbank und stemme Gewichte. So eine Stange wie beim Gewichtheben über mir. Hebe und senke die Stange mit ihren Gewichten puppenlustig leicht und locker. Da kommt er. „Jetzt aber mal ordentlich.“ Dann kommen die Anweisungen. Also: Normalerweise hebe ich die Stange 12x. Ich war bei 7. Da sagt der Trainer „Jetzt mal nur halb hoch.“ Boah, ist das anstrengend. Noch 4x. Echt? Das tut alles weh! 3x, 2x, 1x. Ich will die Stange einhängen. Mein Bizeps droht zu explodieren. Der Trainer: „Moment. Jetzt von oben halb runter. Ja, genau so. Noch 5x.“ Ist der wahnsinnig? Weiß der nicht, wie scheiße weh (sorry, aber war so) das tut. 4x, 3x, 2x – ich kann nicht mehr!!! „Doch, du kannst. Noch 1x.“ Geschafft. Ich will einhängen. Ach quatsch, will weg sein. Planetenwechsel. Fluchttendenz. Da. Genau in diesem Augenblick, als ich gerade einhängen will, sagt er: „Ne, ne, ne. Jetzt die ganze Strecke. Runter bis auf die Brust und dann hoch. 7x.“ Ich habe Hörprobleme. Ich meine das ist unmöglich, das die Info stimmt. Dringend mit Q-Tipp sanft reinigen. Du hast jetzt nicht 7x gesagt! „Doch, mein Freund. 7x. Los.“ Was hat der mir überhaupt zu sagen. Ich bin ein freier Mensch.

Darf der das überhaupt? Hier Menschen quälen. Und dann noch ausgerechnet mich. Ich glaube, der hatte keinen guten Tag. So viel Neue. Januar. Das Telefon steht nicht still. Massenhaft Anmeldungen. Gute Vorsätze. Die Bude ist voll, voller, am vollsten. Immer nach Silvester. Die guten Vorsätze. Ordentlich beleibte Menschen quälen sich auf dem Laufband. Viel zu schnell, der Schweiß wird aus den Poren gesprengt und fliegt nur so umher. Gehen. Gehen wäre am Anfang besser. Langsam anfangen. Die Leute kommen, habe ihre guten Vorsätze und neue Sportklamotten im Gepäck, unterschreiben einen Vertrag für ein Jahr, bleiben die Probezeit und werden nie mehr gesehen. Zahlen aber weiter. Ablass. Auch eine Art Fitnesstraining, für eine nicht in Anspruch genommene Leistung zu zahlen und arbeiten zu gehen. Futsch. Einfach futsch.
Vielleicht wollte er an mir ein Exempel statuieren? Seht mal, wie es euch geht, wenn ich euch in die Finger bekomme! Ihr werdet noch froh sein… 7x. Herrje! Ich kann nicht mehr. Das tut so schweineweh. „6x noch.“ Ich gebe ihm innerlich nicht gerade sympathische Namen. Ich wollte doch freundlicher werden. Da ist doch noch was von dieser Unbändigkeit in mir. Das Tier!!! Sagen wir ein kleines Tier. 5x. Können Muskeln platzen, zerspringen, explodieren? 4x, 3x, 2x. Ich beschließe, egal was er sagt, danach einzuhängen. Der kann mich mal. Ich bin ein Bürger dieses Landes und habe Rechte. 1x. Ich hänge ein. Wahrer Widerstandskämpfer. Ich lächle verzweifelt. „Siehste, jetzt lachste!“ Was? Ich lache? Boah, ey. Jetzt dreht der das auch noch und tut so, als wäre das mein ultimatives Glück. Ich sage ihm „Geh doch einfach!“ Und er meint: „Fünf Minuten muss ich noch rumkriegen, hab‘ gleich Feierabend!“ Aber nicht bei mir. Lass‘ mich bloß in Ruhe. „Du bist doch nicht zum Spaß hier!“ Was? Aber genau deshalb. Bin ich Masochist oder was? Muss mir mein Leben weh tun, damit ich was spüre? Schönen Tag noch, tschüss Trainer.

Jetzt sitz‘ ich hier, bin etabliert und schreib‘ auf teurem Papier. Ach quatsch, das war Marius. Ich sitze hier und habe Muskelkater. Schulter, Arme. Wenn ich den in die Finger kriege. Erst 7x und dann langsam bis zu 1x runter. Und dann von vorne. Bin nämlich kein Masochist, Trainer. Warte nur…

Euch wünsche ich einen muskelkaterfreien Tag. No Sports! Winston Churchill. Gebt mir eine Zigarre. Ciao.

50/50 Highlights 2010!

Wer Lust hat, die meistgeklickten fiftyfiftyblog-Beiträge 2010 noch einmal zu sehen, zu lesen oder zu erleben, findet sie hier:

1. Blog-Rückblick!

2. Wenn Männer Damenunterwäsche kaufen…

3. Wiege der Welt

4. Essen, beten, lieben. Ich auch.

5. Beste Freundinnen, forever!

6. Duschgespräche unter Männern!

7. Der Herr Cooper!

8. Lauter nackte Menschen.

9. „Fucking Gitarrenladen!“

10. 19 Jahre mit Ela!

Die meisten Kommentare hatte übrigens „Wenn Männer Damenunterwäsche kaufen…“ – 37 insgesamt.

Reset.

Jetzt sitze ich hier. Punkt. Alles anders und doch alles gleich. Binärer Code 0/1. Der Sprung von 10 auf 11. Fühlt sich alles gleich und doch ganz anders an. Aus Ende wurde Anfang. An dem stehe ich jetzt und frage mich, was kommt. Da ich keine Glaskugel habe, weiß ich das natürlich nicht. Jedoch kommen bei mir Signale an. Meine Sinne melden: Alles beim Alten. Mein Büro, der Schreibtisch (allerdings zum Jahreswechsel frisch aufgeräumt), der zeitliche Morgenablauf. Gleich geht’s raus mit Cooper. Und täglich grüßt das Murmeltier. Was hab‘ ich denn erwartet?

Ab 9 Uhr dann der erste Job des Jahres. Es geht um Motorengehäuse. Erdige Arbeit. Aus Stahl gegossen. Schiller, die Glocke. Fest gemauert in der Erde. So ähnlich werden diese Motoren auch heute noch gegossen. Es gibt sie, die Dinge, die die Zeit überdauern. Trotz Schnelllebigkeit. Vielleicht lebt es sich auch gar nicht so schnell, wie ich annehme. Vielleicht ist das Leben doch ein langer ruhiger Fluss. Bei mir jedenfalls passiert gerade wenig Spektakuläres. Vielleicht bin ich durch den Winter eingefroren oder durch die ruhige Zeit etwas gedämpft.

Dabei sind so viele schöne Dinge geschehen. Wir waren auf einer Silvesterparty im großen Haus einer Freundin. Konnten im Gästezimmer übernachten. 16 Erwachsene, 22 Kinder waren da. Könnte man meinen „Huch, Chaos“. Das war unsere Befürchtung. Die meisten der Kinder aber waren schon 14 oder bald 15. Die haben mitgetanzt. Freunde von Jim. Ich weiß noch, wie die bei der Einschulung aussahen. So kleine Hasen. Ela und ich sind um 4 Uhr ins Bett, da waren die Kinder, äh Teens, noch lange wach. 2011, 2012, 2013. Die ersten werden volljährig. Nur noch drei Jahre.

Gestern haben wir uns dann in eine lange Schneewanderung gestürzt. Hoch ins Dorf und über die Wiesen, den alten Schulweg entlang ins Nachbardorf. Dort gibt es eine alte Bergmannskneipe, weil dort bis Anfang letzten Jahrhunderts Silber abgebaut wurde. Das Dorf, das heißt die Menschen dort, sind in der Gegend bis heute für ihre raue Art bekannt. Leider hatte die Gaststätte geschlossen. Kein Licht. Also weiter ins nächste Dorf. Auch da: Nix. Zum Schluss sind wir ganz romantisch in einer Pommesbude gelandet und haben Glühwein mit Rum getrunken. So ein neues Jahr scheint langsam anzulaufen. Noch herrschen die heiligen Nächte. Bis zum 6. Januar. Heilige drei Könige. Noch haben die Kinder Ferien. Noch liegt über allem Schnee. Die Welt wie zugedeckt. Fang‘ ich einfach mal an. Mit Bloggen, Schreiben, mit 2011. Mal sehen. Seid ihr schon so richtig gestartet?

Ciao.

Quo vadis 2011?

Wo geht die Reise hin? Für mich ist 2011 irgendwie ein großes Überraschungsei. 2010 war bewegend. Langsame wirtschaftliche Erholung. Nicht das goldene Ei. Familiär hat die erste Pubertätsstufe gezündet und manchen Tag durcheinander gewirbelt. Sohnemann Konfrontation. Papa im Test. Wie mühsam und lehrreich. Papa sein bleibt ein Ausbildungsberuf. Learning by doing. Insgesamt ein sehr schönes Jahr mit der Familie und auch mit Ela. Die Woche Kreta nur mit Ela, die Sommerferien auf Korsika. Canyoning mit alle Mann. Mein unvergessliches Surferlebnis bei Windstärke sieben.

Und: Der Blog. Die Blogs. Der aus dem Brigitte Woman-Blog entstandene fiftyfiftyblog. In beiden zusammen sind mehr als 230 Artikel und mehr als 2.000 Kommentare erschienen. Seit September hatte der fiftyfiftyblog rund 6.400 Besucher/innen, die sich über 14.000 Seiten angesehen und teilweise auch gelesen haben. Sehr lebendig, sehr bereichernd für mich. Ich gehe als Blogger in 2011 und freue mich drauf. Mal sehen, was wird. Was entsteht.

Was ich mir für 2011 wünsche? Ein gutes Jahr mit schönen Erlebnissen. Mit der Familie, mit Freunden, mit Menschen – gerade auch hier im Blog. Ich wünsche mir, dass Gutes entsteht. Dass ich die Kraft und Energie habe, wach zu bleiben und ein wenig Licht in die Welt zu senden. Mit meinem täglichen Tun und Handeln, mit meinen Texten, Fotos, Gedichten. In diesem Sinne möchte ich auch diesen Blog weiterentwickeln. Schauen, was machbar ist, was ich verändern, verbessern kann.

Euch allen hier am Bildschirm sage ich Danke. Danke für eure Aufmerksamkeit, eure Unterstützung, eure Mitarbeit, eure Freundlichkeit. Hier im Blog herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Kein Gemotze, Geschimpfe, Gebrummel. Stattdessen Offenheit, die teilweise sehr weit geht und mich oft bewegt hat. Dank euch ist ein kleiner Treffpunkt entstanden. Wie ein Café, in dem man sich morgens trifft. Ich gehe sehr gerne in dieses Café und treffe euch. Tausche mich aus und starte dann in den Tag. Das ist für mich ausgesprochen inspirierend.

Ich wünsche euch, dass 2011 für euch und eure Lieben ein gutes Jahr wird. Eines, dass euch bereichert im Sinne von Entwicklung. Eines, in dem ihr weitere Schritte geht. Achtsam. In dem ihr es schafft, euch den Menschen gegenüber weiter zu öffnen. In dem ihr tiefer ins Gespräch kommt. Ins positive aufeinander Zugehen und miteinander Reden. Kommt gut rüber ins neue Jahr. Jens.